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Chronik

 

Im Jahre 1922 wurde die erste Fußballmannschaft gebildet, sie nannten sich „Verein für Ballspiele 1922“. Gespielt wurde auf dem Schenk´schen Acker am Rödchen. Der Radfahrerverein übernahm die Bürgschaften über die Geldangelegenheiten für laufende Verpflichtungen. Aber 1924 wurde durch die Inflation der Spielbetrieb wieder eingestellt. Der Radfahrerverein übernahm die Schulden. Die Pacht für den Fußballplatz wurde mit Hafer bezahlt.

1924 wurden die Vereinsmeisterschaften im Radfahren ausgetragen. Die Strecke führte über 100 km nach Korbach und zurück. Johannes Linne errang den 1. Platz in der Zeit von 3 Stunden 56 Minuten. Im Jahr 1926 wurde das 15jährige Vereinsjubiläum am 30. und 31. Mai gefeiert. Ein Fahrradrennen „Rund um den Burgwald“ über 75 km wurde veranstaltet. Die Strecke führte von Simtshausen über Cölbe-Kirchhain-Wohra-Rosenthal-Ernsthausen zurück nach Simtshausen. Ferner wurden Radballspiele und Kunstfahren durchgeführt. Der Beitrag musste auf 20 Pfennig erhöht werden, um die vielen Preise und Ehrengaben bezahlen zu können. Im Wirtschaftskrisenjahr 1929 wurde der Beitrag auf 1,20 Mark erhöht, um die finanziellen Schwierigkeiten abzubauen.

Ende 1937 kam das Vereinsleben zum Erliegen, da die Mitglieder zum Arbeits- und Wehrdienst herangezogen wurden und der Sport vom Staat ausgerichtet wurde. Vor der Stilllegung hatte der Verein noch 16 Mitglieder. 1948 fand sich dann eine neue Gruppe, die das Vereinsleben wiederbelebte. Am 7.2.1948 wurde Heinrich Inerle zum Vorsitzenden des Radfahrervereins gewählt. Der Verein hatte 20 Mitglieder. Der Verein gehörte wieder dem Bezirk Lahn im Hessischen Radfahrerverband an. In der Zeit nach 1949 stand der Radsport in hoher Blüte. Viele Rennen wurden veranstaltet. 1949 und 1950 wurde Willi Kramer A-Jugend Vereinsmeister. Bei den Bezirksmeisterschaften in Marburg belegte Willi Kramer den 2. Platz und Helmut Linne wurde 4.

1950 hatte Hermann Lind den Vereinsvorsitz übernommen und war selbst als Altersfahrer dauernd mit dem Rennrad unterwegs. 1951 zum 40jährigen Vereinsjubiläum wurde dann die größte sportliche Veranstaltung, das Burgwald Rundstreckenrennen veranstaltet. Die Strecke führte von Simtshausen über Mellnau-Wetter-Todenhausen nach Simtshausen zurück. Das Rennen war für alle Fahrer aus der Bundesrepublik offen. Es starteten in der A-, B- und C-Klasse 92 Fahrer, darunter auch Walter Althaus aus Simtshausen. In der Jugend A- und B-Klasse 57 Fahrer, darunter auch Willi Kramer und Helmut Linne. Es mussten großartige organisatorische Leistungen vollbracht werden. Allein 120 Fahrer übernachteten in Simtshausen. Danach wurden die Rennveranstaltungen weniger, weil der Straßenverkehr zunahm.

 

Es wurde auch eine Theatergruppe gebildet, um dem Verein neue Mitglieder zuzuführen. 1957 hatte der Verein 32 Mitglieder. Am 21.12.1957 trafen sich Simtshäuser, um über die Gründung einer Fußballabteilung zu sprechen. Am 11.1.1958 wurde die Fußballabteilung gegründet und dem RSV angegliedert; zunächst aber mit eigener Kassenführung.

 

Zum Vorsitzenden wurde Karl Vaupel gewählt. Er war bis zum Sommer 1959 Leiter, dann musste er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Neuer Leiter wurde Johannes Clös, zusätzlich auch Jugendleiter. Er war auch die treibende Kraft in der Fußballabteilung. Nach seinem Rücktritt wurden neue Leute aktiv, darunter Helmut Linne, Heinrich Althaus und als Fußballvater ist Josef Walter sen. heute noch ein Begriff. Die Gemeinde hatte Gelände für den Sportplatz erworben, der im Frühjahr 1958 fertiggestellt wurde. Die Einweihung fand am 1.6.1958 statt. Die Fußballmannschaft machte an diesem Tag ihr erstes Spiel gegen Amönau. Es wurde mit 4:1 gewonnen. Ab August 1958 spielte die Mannschaft in der B-Klasse Marburg. Vorsitzender des Gesamtvereins war Heinrich Althaus. Seit Neugründung der Fußballabteilung wurde Heinrich Krieg Vorsitzender des Gesamtvereins. Er blieb es acht Jahre lang bis 1967 (außer 1964, da war Heinrich Althaus für 1 Jahr wieder Vorsitzender des Gesamtvereins).

Die Radsportabteilung führte Hermann Lind bis zu seinem Tode im Jahr 1968. Er war der eifrigste Förderer des Radsports.

1967 wurde Hans Wiest Vorstand und blieb 2 Jahre im Amt, war aber vorher schon Kassierer und Schriftführer. Als treuer Kassenwart tat sich Hans Linne hervor, der 5 Jahre die Finanzen verwaltete. Ab 1968 war Heinrich Lölkes Kassenwart. 1970 war dann Werner Groß für 1 Jahr Vereinsvorsitzender. 1971 wurde dann wieder Heinrich Krieg zum Vorsitzenden gewählt. Jakob Müller war nach dem Tode von Hermann Lind Leiter der Radsportabteilung. Jakob Müller setzte sich mit ganzer Kraft für die Erhaltung des Radsports ein und nahm als Mitglied der Bundes-Ehrengilde im BDR alljährlich an den Deutschland-Rundfahrten teil. Neben den Punktspielen in der B-Klasse Marburg wurden Pokalturniere besucht und eine Menge Pokale geholt. Die Abteilung Fußball knüpfte auch außerhalb des Kreises Freundschaften zu anderen Vereinen. Pfingsten 1959 wurde ein Freundschaftsspiel gegen Sprendlingen mit Rückspiel 1960 in Sprendlingen ausgetragen. Auch wurden enge Kontakte über die Zonengrenze hinweg nach Schönau (Kreis Gotha in Thüringen) geknüpft. In Schönau wurde am 6.7.1960 gespielt, das Rückspiel wurde am 7. August in Simtshausen gespielt. In 1961 fuhren die Simtshäuser erneut nach Schönau, das Rückspiel fiel dem Mauerbau an der Grenze zum Opfer.

1961 feierte der Gesamtverein das 50jährige Vereinsjubiläum. Die Mitbegründer des Vereins Konrad Wiegand und die Ehrenmitglieder Johannes Linne, Jakob Müller, Heinrich Wiegand und Heinrich Inerle erhielten die Goldene Ehrennadel des BDR. Die Silberne Ehrennadel erhielten Hermann Lind und Heinrich Krieg. Auch ein Bezirksradballturnier wurde ausgetragen. Im Frühjahr 1962 wurde nochmals eine Bezirksmeisterschaft im Straßenradrennen ausgetragen. Die Strecke führte über Niederasphe-Treisbach-Amönau-Warzenbach-Treisbach zurück nach Simtshausen.

Im Spieljahr 1963/64 wurde die Schülermannschaft Kreismeister. Im Endspiel wurde Großseelheim in Bürgeln besiegt. Die erste Mannschaft spielte bis 1963/64 in der B-Klassse Marburg, danach in der überkreislichen B-Klasse Marburg/Frankenberg/Biedenkopf. Danach wechselte der RSV ab 1965/66 in die B-Klasse Frankenberg. Im ersten Jahr erreichte man mit Trainer Günther Starostzik Platz 2, im 2. Jahr mit Trainer Mathias Trus Platz 1 und stieg in die A-Klasse auf. 1965 fuhr der Verein nach Berlin und spielte um den Paul-Keilig-Gedächtnispokal und wurde Pokalsieger. Zwei Jahre spielte man in der A-Klasse, im Spieljahr 1969/70 stieg man wieder ab. Aber schon ein Jahr darauf stieg man mit dem Trainer Platt wieder auf. Im Jahr 1970 wurde eine Damenmannschaft gegründet, die ihr 1. Spiel gegen Battenberg gewann. Das größte sportliche Ereignis war dann ein Freundschaftsspiel der Damen gegen Mainz 05, was allerdings verloren wurde, aber es gab hierbei einen Zuschauerrekord. Das Spiel fand am 1. Osterfeiertag 1971 statt.

1973 wurde eine Jugend-SG mit Mellnau gebildet. Die A-Jugend wurde im Spieljahr 1973/74 sogar Kreismeister. 1972 wurde das Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt. Damit hatten die Sportler endlich Gelegenheit im DGH zu duschen. In dem Raum der Kegelbahn (mit Theke) konnte man Spielersitzungen, nach Heimspielen noch gemütlich zusammen sitzen und sonstige kleinere Feierlichkeiten abhalten. Größere Veranstaltungen feierte man im Saal.