Der streitbare und wegen seines bissigen Witzes gefürchtete Mann geriet bald in Konflikte mit einigen Kollegen, vor allem wegen seiner Wohnung in der alten Universität in Marburg und zog verärgert und verbittert nach Bremen, wo er als Gymnasiallehrer und Stadtarzt wirkte. Am 24.12. 1535 ist er dort knapp fünfzigjährig gestorben und wurde in der Liebfrauenkirche beigesetzt.

Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg vergibt in Erinnerung an ihn als seine wichtigste Auszeichnung die Euricius-Cordus- Medaille für Verdienste um die Medizinische Fakultät in Marburg.

Besondere Bedeutung hat auch sein Sohn Valerius Cordus (1515-1544) erlangt, der das erste deutsche Arzneimittelbuch verfasst hat. Ein anderer Sohn, August Hallenberger, war nach der Ausbildung bei Lucas Cranach in Wittenberg Maler in Dresden (verantwortlich für den Text: G. Aumüller, Nov. 2010).

Wie alt ist die Simtshäuser Kirche?

Wie erwähnt, gehörte Simtshausen ursprünglich zum Dekanat Kesterburg; aus diesem Grunde wurden die verstorbenen der Gemeinde noch bis 1936 zusammen mit den Toten aus Münchhausen auf dem Friedhof auf dem Christenberg begraben. Ein Feldweg in der Gemarkung, der Bahn und Bundesstraße in Richtung Christenberg kreuzt, heißt noch heute der Totenweg, weil auf ihm die Särge zum Christenberg gefahren wurden.

Erst ab 1914 wurde in Simtshausen ein eigener Friedhof angelegt, dort wurde 1974 eine Friedhofskapelle errichtet.

Um 1500 war in Simtshausen nahe der Wetschaftfurt eine Kapelle vorhanden, an die die Flurbezeichnung „Auf der Kirchmauer“ erinnern soll. Wann sie verfiel, ist unbekannt. Spätestens aber nach Einführung der Reformation (1527) in Hessen durch Landgraf Philipp den Großmütigen dürfte Simtshausen kirchlich zu Münchhausen gehört haben.

Eine eigene Kirche erhielt der Ort erst wieder 1935/36; die Pläne zu dem an anderen hessischen Dorfkirchen angelehnten „Heimatstil“ lieferte der Marburger Architekt Dr. Karl Rumpf, dessen Hausmarke an einer der beiden Säulen des kleinen Vordachs („Porticus“) angebracht ist. Ein Zuschuss der Reichskanzlei des „Führers“ wurde durch ein Hakenkreuz im Giebelfeld des Vordachs kenntlich gemacht, das nur notdürftig mit einem Blech verkleidet ist. 1949 erhielt die kleine Kirche eine Orgel (Fa. Bosch, Kassel) und zunächst zwei, später drei Glocken der Fa. Rincker. Die kleinste Glocke hing ursprünglich im Turm am Schulhaus und wurde 1936 in die Kirche umgehängt. Die beiden anderen Glocken wurden 1962 angeschafft (Angaben von Willi Höcker, 25. 6.1935-11.10.2010)

Seit 1937 ist Simtshausen ein Filial der Pfarrei Niederasphe. In hessischer und noch preußischer Zeit (nach 1866) hatte das Konsistorium in Marburg als kirchliche Aufsichtsbehörde auch die Aufsicht über die Schulen bzw. Lehrer. Ein eigenes Schulhaus wurde 1840 am Weg zwischen Ober- und Mittelsimtshausen durch Zimmermeister Martin Zuschlag aus Münchhausen errichtet und war bis 1969 als ein- bzw. zweiklassige Schule in Gebrauch. Am 15. Mai 1965 wurde in Münchhausen die Mittelpunktschule „Oberes Wetschaftstal“ in Betrieb genommen, die seither von Simtshäuser Schülern besucht wird.