Im „Marburgisch Dorfbuch (ca. 1680, StA MR Best. S 102, fol. 68-69) heißt es dazu:

Dieses Forst aber[beginnt] an Kornberg am Melnauerfeld, von darauff den hohen Berg b. Wetter, Grüne Eiche, Hintersprung, Tiergarten, Sandberg, Steehküppel, Hasenhaard/Hehenhaard, Seispfeiffe, biß an den Landgraffen bronn, ferner auf (fol. 69) den Diebskeller, Großen und Kleinen Nebeler, Hungerthal, Christenberg, Linneberg (=Lüneburg), Breidenscheid, Geisenberg, und Sonnabendsküppel, wird sonst die Wolfsburg genennt, und beforstet dieser daneben auch den Wollenberg alß mitförster.

Es fängt sich auch in bemeldtem Burgwald, auf den sogenandten Brüchern ein Waßer an, so in Hege gelegt, und hält Forellen, gehet so fort nach dem Brachter Forst.“Die Namen verschiedener Förster aus dem 17. u. 18. Jahrhundert sind überliefert und leben im Hausnamen „Forschtersch“ fort. In wieweit der Förster in die Gemeindeleitung eingebunden war, ist nicht bekannt; als Amtsperson hatte er jedoch rechtswirksame Aufgaben in Forst, Feld und Flur, z.B. bei der Verhängung von Forstbußen.

Die Ortsleitung hatte schon am Ende des 15. Jahrhunderts ein „Heimbürge“ (lateinisch ‚comarchus’) inne; der erste bekannte Heimbürge war Kunz Halmberg/Hallenberger, der Vater des Humanisten Euricius Cordus (um 1450 bis um 1510).Ab etwa 1630 wird Simtshausen endgültig zum Gericht Münchhausen gezählt, zu dem es auch seit 1613 kirchlich gehörte, während Untersimtshausen kirchlich bei Niederasphe verblieb (einer Patronatskirche der Familie v. Dersch). 1691 hatten Ober- und Mittelsimtshausen 10 hausgesessene Familien, von denen ein größerer Teil noch bis ins 18. Jahrhundert für das Hospital Wetter abgabenpflichtig war. Erst von 1832 bis etwa 1889 erfolgte die Ablösung der Bauern von ihren Grundherren. Der 1788 erstellte Steuerkataster zeigt die zersplitterte Lage der Feldmark; sie wurde erst mit der Flurbereinigung von 1910-12 in größere Flächen aufgeteilt.

Noch im Salbuch von Hessen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert (Staatsarchiv Marburg S 112 Bd. II) werden Ober- und Mittelsimtshausen im Gericht Münchhausen aufgeführt .

Zur jüngeren Ortsgeschichte

Eine neue Ära für den Ort begann mit dem Bau eines eigenen Bahnhofs in Simtshausen am östlichen Talrand 1890 im Zuge der Einrichtung der Bahnstrecke von Sarnau nach Frankenberg. Bereits einige Jahre vorher war unter der preußischen Verwaltung die Chaussee von Wetter nach Frankenberg (heute B 252) angelegt worden und hatte für eine bessere verkehrstechnische Anbindung gesorgt.

1925 wurden dann die Ortsteile Ober- und Mittelsimtshausen sowie Schlagpfütze von Münchhausen abgetrennt und bildeten die selbständige Gemeinde Simtshausen. Untersimtshausen verblieb jedoch kirchlich und verwaltungstechnisch bei Niederasphe (seit 1577).

1929-34 wurde ausgehend vom „Schulborn“, einer stark schüttenden Quelle mit hochwertigem Wasser zwischen Ober- und Mittelsimtshausen eine Wasserversorgungsanlage gemeinsam mit den Dörfern Todenhausen, Nieder- und Oberasphe und Wollmar erbaut. Sie wurde wegen Zweifeln an der Wasserqualität ab 2004 durch einen Tiefenbrunnen in Münchhausen ergänzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Zuge der Gebietsreform und anderer strukturbildender Maßnahmen des Landes Hessen und des später neu gebildeten Kreises Marburg-Biedenkopf ein Sportplatz angelegt (1958), 1972 das Dorfgemeinschaftshaus errichtet und 1974 der Zusammenschluss der bisher selbständigen Gemeinden Münchhausen, Simtshausen, Ober- und Niederasphe sowie Wollmar zur Großgemeinde Münchhausen am Christenberg durchgeführt. Diese Maßnahmen trugen sicher auch zur schnellen Eingliederung der zahlreichen aus Ungarn stammenden Familien in das Dorf bei, die nach Kriegsende als Flüchtlinge in unserer Gemeinde eine neue Bleibe gefunden haben.

Nachdem das alte, 1938 erbaute Feuerwehrhaus in Mittelsimtshausen baufällig geworden war und 1999 abgerissen werden musste, errichtete die Feuerwehr mit sehr viel Eigenleistung an der östlichen Giebelseite des Dorfgemeinschaftshauses einen Anbau als neues Feuerwehrgerätehaus mit Versammlungs- und Nebenräumen. Interessante Einzelheiten dazu finden Sie im Abschnitt „Häuser in Simtshausen“.