Ausschnitt aus dem „Abriss“ von 1577 der Grenze zwischen dem Amt Wetter (links, mit „Vndern Simptshausen“) und dem Amt Battenberg (rechts, Mittel Simptshausen und Ober Simptshausen und / Monchhausen) (StAMR Best. 40f Nr. 434)

 

Die in der Skizze von Mittelsimtshausen schräg nach links auf das „Steinmal“ zulaufende Doppellinie wurde von den Battenbergern als ihre Grenze, die von Mittelsimtshausen auf „den Schlag“ zulaufende Doppellinie von den Wetteranern als deren Grenze angesehen.Unklar ist dabei die Lage der verschiedenen Mühlen an der Wetschaft. Im Hainaer Erbregister von 1557 und in der Skizze von 1577 ist nur im Bereich des heutigen Mittelsimtshausen eine Mühle aufgeführt. Eine weiter östlich Richtung Wetter eingezeichnete Mühle entspricht der Todenhäuser Riedmühle.Im Salbuch 40 von etwa 1570 erscheint (Ober-) Simtshausen im Amt Wetter unter den „Mühlen Vff der Wetschafft obendig Wetter“ mit 5 Hausgesessenen. Rindhausen und Beddelnhausen werden als Wüstungen bei Niederasphe bezeichnet. Vermutlich handelte es sich bei dieser Mühle um die vogteiliche Bannmühle, in der das dem Landgrafen abgabepflichtige Korn gemahlen wurde.

Früheste Angabe zu einer Mühle in Simtshausen im Dorfbuch des Oberfürstentums Hessen (StA MR S 40, um 1570).

 

Die vogteiliche Mühle gelangte später mit weiteren Ländereien in den Besitz des Klosters Haina im Kellerwald, danach an die Familie von Gilsa. Mitte des 15. Jahrhunderts erhalten die Herren von Treisbach das Fischereirecht auf der Wetschaft zwischen Simtshausen und Münchhausen. Es geht später auf die Familien von Rehen (bis 1607), von Bodenhausen und ab dem Ende des 17. Jahrhunderts an die Familie von Baumbach zu Amönau über. Die Mühle im heutigen Untersimtshausen wurde erst im 18. Jahrhundert angelegt und machte größere Umleitungs- und Abzweigungsarbeiten von Mühlengräben notwendig.


Angaben zur Einwohnerzahl im Dorfbuch von 1570 in den Dörfern Mellnau (vor dem Schloss), Nieder Asphe mit Untersimtshausen und Treisbach im Amt Wetter (StA MR S 40, um 1570).

 

Untersimtshausen mit den Wüstungen Rindshausen und Beddelnhausen gehörte laut Salbuch 40 bereits um 1570 zu Niederasphe, das damals 78 Hausgesessene und insgesamt 15 Wagen für Dienstfuhren dem Landgrafen zu stellen hatte. Das Patronat der Kirche besaßen die Herren von Dersch, von Fleckenbühl gnt. Bürgel und das Kloster Georgenberg in Frankenberg.Im 15. Jahrhundert war außer dem Kloster Haina auch das Stift Wetter mit seinen Geistlichen im Besitz mehrerer Ländereien in Simtshausen; darunter befand sich ein Stiftshof („Höfchen“), aus dem mit Beginn des 16. Jahrhunderts der Ortsteil Obersimtshausen entstand, der später zum Amt Battenberg gerechnet wird.

Vorausgegangen war ein durch Missernten und Pestwellen bedingte Wüstungsperiode, in der zahlreiche Orte und Weiler (Warmshausen, Beddelhausen, Rindshausen) aufgegeben wurden; deren Bewohner sind nach Unter- und Obersimtshausen gezogen. Zu dieser Zeit besaß Simtshausen bereits eine Kapelle, rechnete aber kirchlich zum Dekanat Kesterburg.

Der Übergang der Weinstraße über die Wetschaftfurt war vielleicht durch einen Schlagbaum (Schlagpfütze) und westlich durch eine Landwehr gesichert. Die relative kleine Feldmark von Simtshausen spricht für eine geringe Besiedlung; außer den Mühlen dürfte auch ein Förster dort herrschaftliche Aufgaben übernommen haben. Ab dem 17. Jahrhundert ist Simtshausen Sitz eines zum Amt Wetter gehörigen Försters, der für den Burgwald und den Wollenberg zuständig war.