Wo liegt Simtshausen?

Als Ortsteil der Gemeinde Münchhausen liegt Simtshausen im mittleren Wetschafttal, einem Zufluss zur Lahn im nördlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Wetschaft verläuft windungsreich durch die Senke, die sich an der Bruchkante des Rheinischen Schiefergebirges zur Sandsteinplatte des Burgwaldes gebildet hat. Zahlreiche, auch in trockenen Sommern Wasser führende Quellen wie der Schulborn oder Christborn in Mittelsimtshausen und kleinere Bäche wie der Wälzebach und der Rodenbach sorgen für einen ständigen Zufluss zur Wetschaft und waren der Grund für die Anlage von Mühlen in dreien der vier Ortsteile: Obersimtshausen, Mittelsimtshausen, Schlagpfütze und Untersimtshausen. Im Osten schließt sich der Burgwald mit dem Christenberg an, im Westen das Aspher Feld, im Süden grenzen die Gemarkung der Stadt Wetter und im Norden die Gemeinde Münchhausen an.

Das Wappen/Logo Simtshausens spiegelt seine Lage im Wetschafttal zwischen dem Burgwald und den ehemals zum mainzischen Wetter     gehörigen beiden Mühlen wieder.

Mit Wetter und seinem mittelalterlichen Stift hängt auch die Gründungsgeschichte von Simtshausen eng zusammen. Beide Orte entstanden an Furten durch die Wetschaft, bei denen die historische Weinstraße die Talauen überquerte. Die ‚Weinstraße‘, eigentlich Wagenstraße, war im Mittelalter ein Königsweg („via regia“), die von Bremen bzw. Paderborn über Korbach und Frankenberg über die Höhenzüge in Richtung Marburg und weiter nach Frankfurt verlief. Sie erreichte die Simtshäuser Gemarkung nordwestlich am „Mädekreuz“, lief dann talwärts an einer Landwehr („Lamber“) vorbei, die sie in Obersimtshausen kreuzte, führte zu einer Furt („Pforte“) in der Wetschaft (im Bereich etwa der heutigen Kreisstraße) und von dort aus weiter über die „Schlagpfütze“ (Pitze=Teich- oder Sumpfwiese) über den „Sonnabendskopf“ bis nach Wetter in Richtung Gossfelden und Marburg. Nach W. Görich bzw. J. Henseling (Hessenland 8. Jahrgg., Folge 6, 1961) lag hier an der Schlagpfütze die Wüstung Warmshausen (von „Fahrmannshausen“?). Die Straßenbezeichnung „Am Stemel“ erinnert noch an das dort 1577 nachweislich vorhandene Steinmal (ein Heiligenbild oder Wegemarke).

Wann wurde Simtshausen gegründet?

Aus vorgeschichtlicher Zeit sind nur wenige Oberflächenfunde bekannt; eindrucksvollstes Zeichen der Besiedlung unseres Raumes ist die keltische Festung auf dem nahen Christenberg mit ihren Nebenlagern und die in karolingischer und mittelalterlicher Zeit angelegten Befestigungen auf und um den Christenberg im Burgwald, dessen Kirche in Sichtweite von Simtshausen liegt.

Der Burgwald ist seit der Zeit der Karolinger im 8. Jahrhundert sog. Reichsgut, also kaiserlicher Besitz gewesen, der sich von Frankenberg über den Wollenberg bei Wetter bis an die Lahn erstreckte und im Westen in die „Breite Struth“, im Osten in den Mönchwald und Herrenwald überging. Auf seiner markantesten Höhenlage, der Kesterburg (=Christenberg), wurde bereits damals zur Zeit der Christianisierung Hessens ein kirchliches Zentrum angelegt. Es gehörte zur Erzdiözese Mainz. Seine Ländereien gelangten zusammen mit dem Burgwald über Schenkungen an benachbarte Klöster, z.B. auf der Amöneburg, in Haina, Caldern und Wiesenfeld und an das vermutlich von Kaiser Heinrich II. 1015 gegründete Kanonissenstift (adlige Damen in einer christlichen Lebensgemeinschaft, kein Kloster) in Wetter.